Puppet, Augeas, die Datei grub.conf und MD5-Paßwörter
Geschrieben von Stefan Foerster in
Technik
Samstag, 31. Dezember 2011
Im Gegensatz zu dem, was man im Netz so findet, ist es nicht korrekt, "set password/m5 null" zu nutzen. Richtig sieht es so aus:
Also "clear" statt "set ... null". Und man sollte mehr als einen Test-Durchlauf machen um zu sehen, ob die Konfiguration funktioniert, gerade "ins" und die Reihenfolge von "clear" und "set" können durchaus beim ersten Mal funktionieren, aber Mist bauen, wenn die Datei bereits angepasst wurde.
Guten Rutsch!
Galaxy Nexus, Debian/stable (squeeze), MTP
Geschrieben von Stefan Foerster in
Technik
Freitag, 30. Dezember 2011
Für diejenigen, die Debian/stable aka squeeze benutzen und seit Kurzem ein Galaxy Nexus ihr eigen nennen: Keines der Musikprogramme (weder Banshee, noch Amarok, noch Rhythmbox) wird in der Lage sein, Eure Musik mit dem Device via MTP zu synchronisieren. Glaubt mir, ich habe so ziemlich alles versucht, was mir eingefallen ist:
- Anlegen einer eigenen udev-Regel, damit das Ding für mich als User (und Mitglied der "audio"-Gruppe) beschreibbar ist, aka:
CODE:echo 'SUBSYSTEMS=="usb", ATTRS{idVendor}=="04e8", ATTRS{idProduct}=="685c", SYMLINK+="libmtp-%k", MODE="660", GROUP="audio"' >> /etc/udev/rules.d/51-android-rules udevadm trigger
Danach funktioniert dann zwar "mtp-detect", aber die Player können immer noch nix damit anfangen.
- Patchen der "libmtp8", damit sie das Device erkennt, aka:
CODE:- apt-get source libmtp8 - apt-get build-dep libmtp8 - Einfügen der Zeile { "Samsung", 0x04e8, "Samsung Galaxy Nexus", 0x685c, DEVICE_FLAG_BROKEN_MTPGETOBJPROPLIST_ALL }, an geeigneter Stelle in src/music-players.h - dpkg-buildpackage -rfakeroot
Danach sagt "mtp-detect" zwar nicht mehr "Unknown Device" und Banshee hat auch tatsächlich einmal Dateien übertragen, aber keine Playlists - und es ging auch wirklich nur ein einziges Mal.
- Aktualisieren der "libmtp8" (die "8" steht ja bekanntlich für den SONAME, also "libmtp.so.8" als Symlink auf "libmtp.8.0.3"), also zuerst auf die 1.0.6, da bleibt der SONAME der gleiche, dann auf die 1.1.1 aus Debian/unstable, da änder sich der SONAME, also auch Banshee nochmal neu gebaut -> erkennt trotzdem nix.
- Banshee (und die halbe Distribution) auf die Version aus Debian/experimental aktualisiert, bringt nix.
Ich hab aufgegeben. Mit "mtpfs" kann man das Device mounten und per Hand Musik übertragen, aber keine Playlists. Mir wurde das dann zu doof und ich habe mich via offenem US-Proxy bei Google Music angemeldet (und danach mein Google-Paßwort geändert und die Session invalidiert!). Das Hochladen aller meiner Musik in die Cloud hat knapp eine halbe Stunde gedauert, danach war auf dem Handy noch einmal "Clear Data/Daten löschen" via App-Verwaltung für die "Musik"-Applikation angesagt, gefolgt von einem Verknüpfen des Google-Accounts via Musik -> Einstellungen, dann hatte ich Zugriff auf die Musik. Die Playlisten musste ich dann zwar einmalig neu machen, aber dafür habe ich sie jetzt auch überall zur Verfügung. Und da man Musik via WLAN auch gut offline verfügbar machen kann...
Ich hoffe, MTP bekommt jetzt mal etwas mehr Aufmerksamkeit, denn eigentlich ist das ein cooles Protokoll und auch die Tatsache, daß man den Speicher der Smartphones damit nicht mehr partitionieren muß ist ziemlich cool. Und kleiner Rant am Rande: Unter Windows 7 hat mit MTP auf Anhieb alles geklappt... mit Bordmitteln
Updates, fast vergessen
Geschrieben von Stefan Foerster in
Technik
Donnerstag, 29. Dezember 2011
Es ist schon lustig: In der Firma bin ich einmal im Monat in einem Meeting, bei dem es darum geht, nicht-sicherheitskritische Linux-Updates freizugeben, zu entscheiden, welche unserer selbstgebauten RPM-Pakete wir aktualisieren etc. (wir haben uns selbstironisch die "Linux Updates Group" getauft *g*). Verfügbare Sicherheitsupdates lösen in der Firma Reports via Mail aus, und der freie Satellite-Server "spacewalk" zeigt dicke, knallrote Ausrufezeichen für unsere CentOS-Systeme an, ebenso natürlich das echte RHN für die RHEL-Maschinen. Jedes Stück Software, bis hin zu Perl-Modulen aus CPAN oder Webanwendungen, ist in einer Liste vermerkt, wir vergessen da gar nichts. Und falls wir doch mal was vergessen stehen wir auf den Announce-Listen von mehreren Dutzend Projekten. Unter den Tisch fallen kann da kaum etwas.
Und privat? Distributionsupdates kriege ich natürlich mit, aber mir ist z.B. total entgangen, daß es für meine Webmail-Oberfläche oder auch dieses Blog hier Updates gibt. Na ja - jetzt ist alles aktualisiert, und ich stehe auch privat auf einem halben Dutzend announce-Listen. Noch mehr Mails, juhuu
Geschichten (1)
Geschrieben von Stefan Foerster in
Technik
Sonntag, 18. Dezember 2011
Ich hatte diese Woche die Gelegenheit, mich mit einigen anderen IT'lern über Dinge auszutauschen, die wir so im Operations-Alltag erlebt haben. Besonders gerne höre ich natürlich immer Geschichten von Banken und Versicherungen, und ich bin da diese Woche nicht zu kurz gekommen. Deswegen, ohne weitere Einleitung:
- Bei Bank Eins werden die Kosten, die Privatkunden für ihre Aktiendepots entstehen, einmal im Monat abgerechnet - die Daten werden dann dazu benutzt, die Gebühren via Bankeinzug (logisch!) einzusammeln. Für das Erstellen der Abrechnung wird allerdings nicht einfach auf das normale Reporting zugegriffen (die Daten über Aktienbewegungen etc. sind ja alle schon vorhanden, man muß sie nur auswerten) sondern eine speziell für diesen Zweck erstellte Software genutzt (die auch nichts anderes macht als die entsprechenden DB-Queries zu stellen). Diese Software ist auf einem einzelnen, nicht virtualisierten, Server installiert. Und wie sich herausgestellt hat gibt es zwar durchaus Backups von der Konfiguration des Servers und der Software, nur leider waren im K-Fall die Installationsmedien der Software nicht auffindbar oder die Software via Download beziehbar. Das Zusenden der Medien hat vier Tage gedauert.
- Bank Zwei betreibt seit dem Jahr 2006 ein internes Controlling-System (irgendwas mit Kreditvergabe) auf einem Active-Passive-Cluster. Anfang des Jahres ist der aktive Knoten gestorben und der Umzug der Dienste auf den Standby-Server hat überhaupt nicht geklappt. Eine interne Untersuchungskommision hat herausgefunden, daß ein Umzug auf den Standby-Knoten noch nie - also nichtmal nach der Erstinstallation/Inbetriebnahme - getestet wurde.
- Versicherung Eins hat über fünf Millionen Euro dafür ausgegeben um sich von einem Team externer Berater das Backup auf die IBM-Software Tivoli TSM umstellen zu lassen. Bestandteil des Vertrags war auch ein automatisiertes Monitoring und Alerting, damit man auch merkt, wenn das Backup einzelner Server fehlschlägt etc. Nach einer größeren SAN-Panne hat man bemerkt, daß viele der Backups, für die das Monitoring in der Vergangenheit "Backup OK" geliefert hatte, noch niemals ohne Fehler gelaufen waren. Es hat sich herausgestellt, daß das Skript, welches vom Monitoring aufgerufen wurde, um den Status eines Backup-Jobs zu ermitteln, von den externen Beratern anscheinend in einen Debugging-Modus versetzt wurde, in dem es stets "OK" zurückgeliefert hat.
- Versicherung Zwei hat ein - nach ihren Maßstäben - kleineres SAN-System auf Hardware eines Herstellers, über den ich hier auch schon gebloggt habe, umgezogen. Nach neun Tagen ist das hochverfügbare System einfach aus gegangen. Nach Analyse kam man zu dem Schluß, daß ein Wackelkontakt in der SPS zu diesem Ausfall geführt hat. Der Ausfall wäre jedoch vermeidbar gewesen, hätte man auch wirklich alle Stromstecker des Systems mit den Steckerleisten im Rack verbunden und nicht nur die linke Seite.
Es ist schön zu sehen, daß wir, obwohl wir so klein sind, trotzdem ein soviel höheres Niveau halten können als Firmen, deren Monatsbudget für IT größer ist als das, was wir in einem ganzen Jahr ausgeben
Schön gesagt
Geschrieben von Stefan Foerster in
Vermischtes
Samstag, 10. Dezember 2011
Die Firma, für die ich derzeit arbeite, hat Niederlassungen in diversen deutschen Städten. Dort steht vor Ort zwar nicht wirklich viel Hardware, aber natürlich ist es gerade bei den Netzwerkgeräten notwendig, auf diese auch zugreifen zu können, wenn die Standleitungsverbindungen unterbrochen sein sollten. Um dies zu gewährleisten evaluiert ein Kollege derzeit Konsolenserver mit integrierten Modem. Und natürlich testet man in so einem Fall auch, ob selbige Einwahl via Modem auch zuverlässig funktioniert.
Nachdem der Kollege das also getestet hat und dabei eine Fehlerrate von über einem Drittel aufgetreten ist, hat er folgende sehr schöne Aussage getroffen:
Ich glaube, diesen Spruch werde ich mir auch aneignen






